Bergers bizarres Helfer-Syndrom – kann er den BLSJ noch retten?

Gegen Satire

Da hilft nix

Donnerstag, das war ein geiler Tag für Dr. David Berger. Denn seine Pädo-Keule schlug medial ganz groß ein. Fast wie damals, alle Lichter auf ihn. Erst die katholische Kirche reformiert, Kreuz.-net besiegt und den schwulen Journalismus vor dem Untergang bewahrt. Nun gilt es die Kinder vor linken Schwulen zu schützen. Berger will helfen. Für Freitag hat David in der Inqueery-User-Comment-Spalte den finalen Rettungsschuss angekündigt.Text: Robert Niedermeier

Bewegung tut gut

Bewegung tut gut

(Update: Feierliche Felix Rexhausen-Platz-Einweihung findet im Dezember statt) Irgendwie witzig, der Herr Berger: „Journalismus, der etwas bewegen kann“, freut sich Deutschlands ambitionierter Pädo-Detektiv in einem öffentlichen FB-Post auf seinem Profil. Was ist weltbewegendes geschehen? Der CSG hat eine Facebook-Veranstaltung zum Kölner Felix Rexhausen-Platz abgesagt. Wow! Ferner ist es eine Tatsache, dass Gerüchte über David Berger kursieren, er selbst hätte ein Faible für junge Burschen. Bemerkenswert: “Ebenso wenig, wie es etwas mit Inzest, Pädophilie oder Fortschreibung hierarchischer Familien- und Gesellschaftsstrukturen zu tun hat, wenn es dann mit einem anderen jungen Mann zum Date kommt und wir Vater-Sohn- oder Lehrer-Schüler-Spiele miteinander machen”,  schrieb Dr. David Berger zum Thema “politisch korrekter Sex. Aber aus Rücksicht vor dem Philosophen, sollte diese Petitesse in der Debatte aus moralisch ethischen Gründen keine Beachtung finden. Das wäre nämlich sehr, sehr schäbig,

“Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ (Heinrich Heine)

CSG hält posthume Ehrung für angemessen. Da muss Berger helfen!

Berger will keine Beruhigung

Berger will keine Beruhigung

Indes der CSG-Verein auf seiner FB-Seite über Dr. David Bergers Pädo-Anschuldigung schreibt: Nach unserer Kenntnis der Schriften und politischen Praxis von Felix Rexhausen ist der von David Berger in seinen Artikeln erhobene Vorwurf, dass Rexhausen pädophil oder ein Verfechter der Pädophilie sei, nicht belegbar und damit unhaltbar. Aufgrund der Verdienste Rexhausens um Amnesty International und wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte halten wir die Benennung eines Platzes nach Felix Rexhausen für durchaus angemessen.” So eine liberale, tolerant-rheinische Lockerheit im Umgang mit einem toten homosexuellen Schriftsteller, der immerhin vom “Bestseller-Autoren” höchstpersönlich denunziert worden ist, das möchte Berger nicht lesen. Der katholische Theologe will Aufregung auf Teufel komm raus und giftet auf Facebook den CSG-Admin scheinheilig an: Wo habe ich geschrieben, dass Rexhausen pädophil war?“, duckt sich Berger vor der eigenen Pädo-Keule. “Und woher kommt der Umschwung”, antizipiert der Philosoph den kommenden Bumerang-Effekt und zeigt sich verwundert: “Nachdem Sie sich noch vor wenigen Tagen ganz anders geäußert haben?“ Hat sich der CSG zuvor überhaupt ganz anders geäußert? Nein, eigentlich nicht, aber die ‘Würzburger schwule Sittenpolizei’ wird doch noch wohl mal rhetorisch nachfragen dürfen…

Berger fragt doch nur, er möchte helfen. Mit allen Mitteln

Morgen gibt es einen weiteren Beitrag, in dem ich die Stellen, die ich bisher mit Rücksicht auf den BLSJ zurückgehalten habe, zitiere ... Wer dann noch zweifel hat, dem weiß ich auch nicht mehr zu helfen

Morgen, morgen ist auch noch ein Tag.

Jedenfalls beginnt am Donnerstag auch der Kölner Stadtanzeiger, den von Berger als Krönung seines Engagements bejubelten Bericht, mit den abermals rhetorisch fragenden Worten: “War Felix Rexhausen ein Pädophiler, einer, der in seinen Schriften Sex mit Kindern das Wort redete?” Nein, das sind doch keine Pädo-Vorwürfe, für die Berger mit mehreren Schmähtexten die denunziatorische Vorlage lieferte. Berger fragt doch nur, er möchte helfen, indem er mit mangelhaftem Fachwissen ausgestattet schlüpfrige Andeutungen, hanebüchene Unterstellungen, absurde Halbwahrheiten, handfeste Falschaussagen und politisch motivierte Verdächtigungen aneinanderreiht, um schwule Kollegen, queere Gruppen, lesbisch-schwule Verbände und Einzelpersonen als Kindesmissbrauch-Verharmloser zu beschädigen. Wider der von Berger selbst lancierten “Heiligsprechung” eines progressiven Literaten und linken Journalisten, agiert Berger im Rahmen seiner Schmutzkampagne juristisch grenzwertig und kulturfeindlich. Als Trumpf im Ärmel zückt der Denunziant längst ausgetretene BLSJ-MitgliederInnen, die bereits 2013 das Andenken an den linken Menschenrechtler Rexhausen von rechts zu torpedieren versuchten und ihr Ziel verfehlten. Okkult obskure “Kinder- und Familienschützer” sowie AfD-Homos  und “Gender-Gegner” applaudieren dem homophilen Helfer in der Not für Bergers  erneute Verleumdungsattacke.

Der finale Rettungsschuss zum Höhepunkt der Hilfsaktion

Herr Berger freut sich

Herr Berger freut sich

Donnerstagabend kündigt Berger in der Kommentarspalte von Inqueery.de an, nun auch mal das von ihm vorab inbrünstig inkriminierte Rexhausen-Buch “Berührungen” gelesen zu haben, um endlich – sicherlich derb-schmierige – Zitate aus dem satirischen Werk zu bringen: „Morgen gibt es einen weiteren Beitrag, in dem ich die Stellen, die ich bisher mit Rücksicht auf den BLSJ zurückgehalten habe, zitiere … Wer dann noch Zweifel hat, dem weiß ich auch nicht mehr zu helfen….“  Ooooh yeah, mir ist jetzt schon ganz heiß. Danke, Herr Berger. Ihre künstlich hysterisch aufgebauschte Skandalisierung im absurden Stile der guten alten Adenauerzeit ist kalter Kaffee. Das hat die schwule Welt wirklich noch gebraucht. Danke, danke, danke fürs Helfen. Ich lach’ mich schlapp.

Seit Freitag gab es tatsächlich, Interessantes zu lesen. Nur nicht von Berger

Berger stellt fest und fragt

Bergeresque: Mit Fragen verleumden?

“Wenn David Berger heute Rexhausens „Berührungen“ heranzieht, um dem Autor eine Verharmlosung von Pädophilie zu unterstellen, benutzt er einen literarisch unverdächtigen Text für ein durchsichtiges Spiel. Es kann ihm kaum um den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch gehen. Es beschädigt den Namen Rexhausens, um jenen Teil der deutschen Schwulenbewegung zu treffen, die im emanzipatorischen Geiste des 1992 verstorbenen Autors eine andere Politik verfolgen als er selbst. Die Stadt Köln und ihre Bürger sollten sich für solche Zwecke nicht in Geiselhaft nehmen lassen!” , Rexhausen-Verleger Detlev Grumbach in Männer 2015.

“Jetzt bin ich dem Herrn David Berger sogar ein wenig dankbar für seinen“Buchtipp” in der Huffington Post. Nach all der künstlichen Aufregung um Felix Rexhausens Roman “Berührungen” habe ich mir für 4,99 die Kindle-Version runtergeladen und das Werk in einem Rutsch verschlungen. Kurzum: Ein wunderbares Buch!”, schreibt Micha Schulze einleitend zu seiner “Berührungen”-Buchbesprechung auf Queer.de

“Ekelhaft. Pfui!”, schimpft ein David Berger-“FB-Freund“*

David Berger ist Volksverhetzer, hat einen kleinen Schwanz und einen IQ wie Knäckebrot“, mutmaßt Joachim Bartholomae bergeresque im Literaturblog zur “Causa Berger” in satirischer Absicht.

“Erstaunlich, wie sich ein Ex-Wasserträger der römisch-katholischen Kirche, der gewissenlos (seine Wendehälsigkeit, die Berger für den Ausdruck seines Heldentums hält, deutet auf das Fehlen eines wirksamen Gewissens hin) all dem Hass und all der Hetze eben dieser Kirche publizistischen Geleitschutz gegeben hat, für berufen hält, über andere zu urteilen. Berger wäre um ein vielfaches glaubwürdiger, wenn er im dem Stil, in dem er über Felix Rexhausen schreibt, über seine eigenen Vergangenheit schreiben würde. Aber leider verhält sich David Berger wie ein Narr, der den Hof noch nicht gefunden hat, an dem er unter der Gunst eines debilen Herrschers, wie er sie aus dem Vatikan kennt, herumkasperln darf. It’s a shame,” skizziert der schwule Blogger Steven Milverton die eigentliche Problematik.

“Mir genügt schon die Verherrlichung und Erotisierung eines solchen Verhaltens, damit ich als schwuler Mann sage: ich möchte nicht durch Rexhausen als Namensgeber für Plätze und schwule Preise repräsentiert werden”, zetert Dr. David Berger in einem Leser-Kommentar 08.Mai 2015 im denunziatorischen Tonfall, und setzt in einem öffentlichen Thread auf seinem Facebook-Profil nach: “Besonders erschütternd, wie sich nun manche demonstrativ hinter Rexhausen stellen – und offensichtlich gar nicht um die von mir hier angeführten Zitate wissen. Kann mir … nur schwer vorstellen, dass sie es gut finden, wenn ein 40-jähriger Mann mit einem 12-Jährigen Sex hat (wie in dem Artikel aus dem Werk Rexhausens wiedergegeben).”

Nun, Herr Berger, obwohl sie laut eigenen Aussagen das Buch auch endlich mal gelesen haben, geben sie fürderhin die Inhalte in boshafter Absicht falsch wieder: Im satirisch verfassten Rexhausen-Buch “Berührungen” gibt es keine Stelle, in dem ein 12-Jähriger, Sex mit einem Erwachsenen hat. In einer einzigen Szene, beobachtet eine erwachsene Romanfigur Jugendliche beim Sex in der Nachbarwohnung. Pfui deibel? Berger verfolgt sittenpolitische statt journalistische Ziele, und stellt sich dabei übers geltende Recht, denn Fakt ist: Kinder sind nach deutschem Strafrecht Personen, die das vierzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Nachzulesen im Strafgesetzbuch (StGB) § 176 Sexueller Missbrauch von Kindern. Ihm geht es also nicht um die Problematik der Pädophilie (Sexuell gestörtes Verlangen nach Kindern), auch nicht Kinder- oder gar Jugendschutz. Der ausgewiesene Rechtspopulist stellt vielmehr die sexuelle Selbstbestimmung von jungen Erwachsenen in Frage. Dafür befriedigt er mit an den Haaren herbeigezogenen Schlüpfrigkeiten eine ebenso fragwürdige Klientel, die bei legalen Handlungen und erotisierter Lyrik affektiert “ekelhaft” kreischt, aber wie zur Abwehr der eigenen Gelüste den “Gefällt mir-Button” auf “Todesstrafe für Kinderficker”-Seiten klickt. “Ekelhaft. Pfui!”*

Vereint 😈

Posted by Franz X Brandmeier on Samstag, 9. Mai 2015

EIN AUTOR WIRD DENUNZIERT. Schüttelreim für Felix Rexhausen (1932-1992), Kölner Autor (“Lavendelschwert”), Satiriker,…

Posted by Ralf König on Sonntag, 10. Mai 2015

Über Reiserobby

Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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3 Kommentare zu Bergers bizarres Helfer-Syndrom – kann er den BLSJ noch retten?

  1. Seufz sagt:

    Vielleicht sollte Herr Berger einfach mal den Konsum von Crystal Meth reduzieren oder einstellen – wer weiß, eventuell bewirkt das ja ein bisschen mehr Klarheit in seinem Hirn … …

    • Reiserobby sagt:

      Solche bösen Gerüchte und Anschuldigungen möchte ich nicht lesen, das gebietet der gegenseitige Respekt unter Kollegen und der allgemeine Anstand. Aber man macht sich schließlich Sorgen, und es wäre fatal Dr. David Berger, die Hilfe zu verweigern. Denn Klarheit im Kopf, ist die Voraussetzung sich mit komplexen Themen journalistisch befassen zu können.

  2. Reiserobby sagt:

    Derweil gießt Dr. David “Voldemort” Berger auf seinem Facebook-Profil öffentlich eine Kelle Gülle auf alle verbliebenen Männer- und Verlagsmitarbeiter aus. Diese hießen es stillschweigend gut, wenn ein 40-Jähriger, einen 12-Jährigen missbrauche. Auch nachdem Berger das von ihm vorab heftig inkriminierte Buch, laut eigener Aussage, endlich mal gelesen habe, verbreitet Berger damit weiterhin Lügen – öffentlich geteilt auf seinem Facebook-Profil:
    “…besonders erschütternd, wie sich nun manche demonstrativ hinter Rexhausen stellen – und offensichtlich gar nicht um die von mir hier angeführten Zitate wissen. Ehrlich gesagt, ich kann mir bei der großen Mehrzahl meiner Kollegen bei der “Männer” nur schwer vorstellen, dass sie es gut finden, wenn ein 40-jähriger Mann mit einem 12-Jährigen Sex hat (wie in dem Artikel aus dem Werk Rexhausens wiedergegeben) … Sie alle bestätigen so wider Willen, dass die Bildungsplangegner offensichtlich gar nicht so unbegründete Ängste haben.”

    Nun, Herr Berger, im satirisch verfassten Rexhausen-Buch “Berührungen” gibt es keine einzige Stelle, in dem ein 12-Jähriger, Sex mit einem Erwachsenen hat. In einer einzigen Szene, beobachtet eine fiktive erwachsene Person durch das Wohnungsfenster Jugendliche beim Sex in der Nachbarwohnung. Und es geht auch gar nicht, um die Ängste der “Bildungsplangegner”, vielmehr um ihre politisch motivierte, moralinsaure Verleumdungs-Kampagne.

    Auf Kritik, ob seiner seiner kruden Ansichten, reagiert der Denunziant öffentlich recht dünnhäutig. Roland H. antwortet im Thread ( https://www.facebook.com/david.berger.395?fref=nf&pnref=story ): “Wenn es nach David Berger ginge, stünde wohl auch Thomas Manns “Tod in Venedig” auf dem Index… Es ist ein Elend, dass noch nicht einmal seine reaktionäre Kirche ihn haben wollte.”
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    David Berger: “Roland, es ist eine Beleidigung, Thomas Manns “Tod in Venedig”, mit Rexhausens Berührungen zu vergleichen … zumal angesichts der oben angeführten Zitate … merkt Ihr eigentlich, wie ihr in Euren Sympathiekundgebungen für Rexhausen ohne Ende Wasser auf die Mühlen der Bildungsplangegner kippt?”
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    Der FB-User Roland H. empfiehlt David Berger daraufhin das “Anpassen und die Selbstverleugnung”. Allerdings habe das für Berger in der katholischen Kirche schon nicht funktioniert: “Da nutzten all die Talare und all die liturgischen Gewändern nichts. Obwohl man damit ja trefflich verkleidet ist.” “Der Versuch”, so der User weiter, “Literatur keimfrei zu machen, ist schändlich.” Der Facebook-Nutzer erklärt Berger zudem, dass die Kindes-Missbrauch-Fälle, insbesondere in der katholischen Kirche, “nicht einfach Sex mit Minderjährigen”, sondern sexualisierte Gewalt an abhängigen Minderjährigen darstellten. Letzteres sei tatsächlich “Missbrauch”. Es bliebe jedoch festzustellen, dass auch “Jungendliche eine Sexualität haben und ein Recht auf die freie Entfaltung ihrer Sexualität.” Genau das sei das Anliegen von F. Rexhausen gewesen. “Die 70-er Jahre waren nicht wirklich liberal, aber heute scheint es mir, ist die Situation für Jungendliche geradezu restriktiv.”

    Wer im Gegensatz zu Dr. David Berger die Wahrheit über das Buch “Berührungen” und Rexhausen erfahren möchte, dem sei die Stellungnahme des Verlages empfohlen: http://m-maenner.de/2015/05/absurd-kalter-kaffee

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