Karl Kobs Hassreden – eine Dokumentation

Facebook-Hetze

Kobs macht einen auf Kaya

Man muss ja viel Unsinn auf Facebook lesen. Menschen gegeneinander aufzuhetzen, ist der neue "Volkssport": Einen besonders perfiden Hass-Thread möchte ich an dieser Stelle dokumentieren. Danke Herr Kobs für den Einblick in ihre hasserfüllten Gedankenwelten.Facebook-Thread vom Januar 2015

Karl Kobs: So mag der deutsche Intellektuelle die Juden: Nachdem sie von antisemitischen Provokateuren zusammengeschlagen wurden, nehmen Sie ihre Peiniger auch noch vor falscher Schuldzuweisung in Schutz: “Das waren keine Rechtsextreme, wie ich in den Medien gelesen habe. Die Leute haben sich arabisch oder türkisch unterhalten.” Wolfgang Müller findet sogar die Bezeichnung “der Jude” überflüssig. Natürlich: Gute Muslime können keine Nazis sein, schon gar nicht in Kreuzberg oder Neukölln. Und das Opfer sollte möglichst seinen jüdischen Background verschweigen. So ein Unsinn darf wieder geschrieben werden.
Der Jude Shahak Shapira wurde in der Neujahrsnacht in Berlin zusammengeschlagen. Ein Gespräch über Antisemitismus, Islamhass und Pegida.
SUEDDEUTSCHE.DE|VON SÜDDEUTSCHE.DE GMBH, MUNICH, GERMANY
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  • Karl Kobs Da läuft auch der SZ der Geifer aus der Feder: Schön, wenn man einen Hofjuden aus der Schublade zaubern kann, der sich als Kronzeuge für die Verteidigung muslimischer Nazi-Schläger eignet.
  • Karl Kobs Das ist das grausame Erbe von Judith Butlers poststrukturalistischem PC-Terror: Aus Pinkwatching Israel wird Pinkwashing Palestine.
  • Karl Kobs Der deutsche Queer ist da genau so hemmungslos wie Martin Walser: Weg mit der Auschwitzkeule!
  • David B. Jaja – wehe die Juden “instrumentalisieren” die Shoa, da bekommt der Linksinterlektuelle aber Schaum vorm Mund.
  • Karl Kobs In israelischen Zeitungen lässt sich der einerseits mutige, andererseits bemitleidenswerte Herr Shapira folgendermaßen zitieren: “He expressed hope that right-wing factions in Israel would not draw erroneous conclusions from the attack.” Merke: Muslime können keine Rechtsextreme sein, Juden sehr wohl.
  • Karl Kobs Die Judith-Butler-Fraktion wird ihn dafür lieben.
  • Wolfgang Müller Dummer privilegierter weißer, heterosexueller christlich aufgeklärter Mann, hör mal zu: Die Markierung “Der Jude” ist an dieser Stelle im Artikel meiner Ansicht nach deshalb überflüssig, weil die Person in Text und Interview längst als jüdisch markiert wurde und vor allem sich auch selbst so markiert. Trotzdem steckt hinter der Bildunterschrift mehr wie eine “Stilfrage”. Ich zb. ärgere mich, wenn heteronormative Menschen, die einerseits ständig behaupten und glauben, Schwule als völlig normal und gleichberechtigt zu betrachten, mich aber in Texten ständig als “schwul” markieren, besonders auch da, wo es für das Verständnis völlig überflüssig wäre oder wenn sie – durchaus in guter Absicht – diese Markierung explizit herausstellen, als “Besonderheit”. Sie ist es nämlich – und sie ist es nicht – gleichzeitig. Da du selbst in deinem Leben nie in die Verlegenheit kommen wirst, “Übergriffigkeiten” dieser Art zu erfahren – außer scherz- und, nicht schmerzhaft als “weißer, heterosexueller christlich aufgeklärter” Mann – fehlt dir da einfach die Erfahrung. Kann man nichts machen. Und deshalb empfehle ich, um dich zu quälen und damit du endlich auch mal Opfer sein kannst, dieses Buch: http://www.unrast-verlag.de/…/263-weisssein-und…

    UNRAST – Bücher der Kritik. Homepage des unrast Verlages aus Münster.
    UNRAST-VERLAG.DE|VON UNRAST VERLAG
  • Karl Kobs Gleich vier Markierungen – oder habe ich mich verzählt. Super! Aber so war es nicht gemeint. Und das weißt Du. Es ging um die begriffliche Dekonstruktion der Konflikt-Identitäten Jude-Moslem. Der Jude musste genau so verschwinden wie der Verweis auf den ethnischen Hintergrund der Nazischläger – getreu der alten Queer-Theorie, dass performative Äußerungen Machtverhältnisse zementieren. So ist es aber nicht. Durch neue Sprechakte werden keine Verhältnisse geändert – ein Muslim ist ein Nazischläger, wenn er antisemeitische Hasstiraden anstimmt und sein Opfer Jude ist. Ich empfehle Dir mal – ganz ohne Gewaltphantasie, aber damit Du auch mal weißt, wie sich “Opfer” anfühlt – ein Spaziergang mit einer Kippa Samstag abend durch Neukölln. Dann schmeißt Du Deine Weißseinsforschung in die Ecke.
  • Roschanak T. Wieso sollen Muslime keine Rechtsextreme sein? Sehr wohl können Sie das sein. Rechtsextremistisch, rassistisch, menschenverachtend. Religionen bieten keinen Schutz vor Antihumanismus.
  • Wolfgang Müller sehe ich auch so. Schutz bieten weder Religion, noch die Aufklärung, leider. Gewalt beginnt bereits bei der Sprache. Dort, wo jemand absichtlich oder unabsichtlich missverstanden wird.
  • Peter M. Dem Missverständnis vorzubeugen hilft, eine klare Struktur der Sprache sowie die Nutzung und Kenntnis eingeführter Begrifflichkeiten mit dem Verweis auf ihre Quelle.
  • Doris S. Oh, ein Generalverdacht auf deutsche Intellektuelle, weiter so, dann wird es was. „smile“-Emoticon
  • Peter M. Allaussagen sind selten dienlich.
  • Karl Kobs Das wäre ja wirklich ein Traum, wenn sich gesellschaftliche Machtverhältnisse durch Sprache ändern ließen – einer der großen Denkfehler im poststrukturalistischen Diskurs. Es ändert überhaupt nichts, wenn sich die Sprache ändert. Das Sein bestimmt das Bewusstsein, da hatten Marx und Hegel recht. Sonst wird aus falschem Bewusstsein die Falschheit des Bewusstseins. Sehen wir ja gerade.
  • Karl Kobs Deswegen beißen sich ja auch die Queers an der PC-Sprache fest. Das ist linguistischer Elfenbeinturm.
  • Peter M. Poststrukturalismus verstehe ich maximal als Analyse-Tool der Erkenntnistheorie und im besten Fall bringen solche Diskurse und Werke eine unterhaltsamen Ästetik für ein kuturinteressiertes Bildungsbürgertum.
  • Karl Kobs Das ist richtig – und deswegen bewundere ich auch Wolfgang Müllerfür seinen künstlerischen Stream Of Consciousness und bemitleide ihn für seine politischen Statements. Zu glauben, dass sich Palästinenser und Israelis deswegen lieben und respektieren, nur weil sie Feindbilder in den Sprechakten abbauen ist ein Lacher, der bis nach Jerusalem reicht – da liegen 2000 Jahre gesellschaftliche und sozial-öknomische Dissonanz dazwischen.

Über Reiserobby

Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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