Klimaschutz: Ökologisch-soziale Mehrwertsteuer statt pauschal Fleisch zu verteuern

Landwirtschaft

Tierisch teuer

Erhöhte Mehrwertsteuer auf Fleisch umstritten. Pressemitteilung vom ökologischen Bauernverband: Bioland sieht bei Julia Klöckner kein ernsthaftes Engagement, der Klimakrise zu begegnen. Klöckner setzt auf falsche Maßnahmen und unterstützt damit die Massentierhaltung und exportorientierte Fleischindustrie. Text/Fotos: Reiserobby

Gut für die Natur wäre es meiner Meinung nach, mehr Landwirtschaft, also die Produktion von Nahrungsmitteln wie Getreide, Milch, Gemüse und Fleisch,  in urbane Ballungsräume zu integrieren. Dort, wo Landwirtschaft nach wie vor in ländlichen Gebieten stattfindet, muss sie im biologischen Anbau und Aufzucht umweltverträglich und artgerecht vonstatten gehen. Die Verschmutzung der Gewässer mit Nitraten und Vergiftung durch sog. Unkraut- und Ungeziefervernichter ist nicht länger hinnehmbar. Eine ökologisch-sozial gesteuerte Mehrwertsteuer kann diese Entwicklumg zum Besseren flankieren. Doch eine pauschale Verteurung aller Fleischprodukte ist antisozial und wenig zielführend in Sachen Klimaschutz und Tierschutz. Das sieht auch der Bauernvervand BIOland ähnlich.

+++ Mehrwertsteuererhöhung auf Fleisch auch keine Lösung: Der Vorschlag von Tierschützern und Parteien, die Mehrwertbesteuerung für Fleisch zu überarbeiten wird bei Bioland kritisch gesehen. „Dass Fleisch und die Erzeugnisse daraus in Wert gesetzt werden ist eine dringende Notwendigkeit. Wer Bio kauft, wird dem schon gerecht. Wenn jetzt der Mehrwertsteuersatz für Fleisch pauschal auf 19 Prozent angehoben wird, steigt der Preis für teure Produkte deutlich mehr, als für Billigware“, so Wehde. So würde dem Verband zufolge die Nachfrage gezielt auf Produkte gelenkt, die unter den niedrigsten Standards produziert werden. „Damit würde die Politik das Gegenteil dessen erreichen, was sie beabsichtigt. Zielführender wäre hier eine deutliche Anhebung der gesetzlichen Standards in der Tierhaltung, die zwangsläufig zu mehr Umwelt- und Klimaschutz, Tierwohl und einer hohen Fleischqualität führen würde.“  (Bioland)+++

+++„Anstatt ernsthafte Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die aus dieser Misere führen und für mehr Umwelt, Tier- und Klimaschutz sorgen, nutzt Julia Klöckner die Klimaschutzdebatte vielmehr, um die industrielle Tierhaltung weiter zu fördern. Klöckner will den Bau von Güllelagern und –aufbereitungsanlagen sowie von Biogasanlagen massiv fördern, obwohl eine Strategie zur Senkung der Tierbestände längst überfällig wäre. Viel Beton ändert an den Ursachen der Nährstoffüberschüsse und der Intensivhaltung der Tiere nichts. So wird die Bevölkerung mit Lösungsvorschlägen im Namen des Klimaschutzes geblendet, in Wirklichkeit werden aber nur die Profiteure der industriellen Tierproduktion, wie die exportorientierende Fleischindustrie, weiter gestärkt. Wir fordern daher, keine weiteren Steuergelder mehr für die indirekte Förderung der Massentierhaltung einzusetzen“, so Wehde. (Bioland) +++

 

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Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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