Rechtspopulisten versus Flüchtlinge: Verbale Amokläufer wie Wolfram Weimer stützen Lügen-Propaganda

Grenzen

Verbale Amokläufe vermeiden

Rechtspopulistische Terrorangst-Profiteure finden im Verleger Wolfram Weimer einen scheinbar demokratisch argumentierenden Zitatgeber. Umgekehrt reproduziert der offenbar neurechte Cicero-Herausgeber im ARD-Presseclub die Lügenpropagana des rechtsextremen Randes gegen offene Grenzen, Muslime und Flüchtlinge. Das generiert Nachahmungseffekte udn stifftet Trittbrettfahrer an. Stellt sich die Frage: Wie kann die Zivilgesellschaft verbale Amokläufe präventiv vermeiden? Text: Robert Niedermeier

Im ARD-Presseclub reproduziert ein bürgerlich wirkender Gast die Lügenpropaganda der Rechtspopulisten: “Grenzen schließen…, Amok…, Würzburg…, München…, Flüchtlinge…, unkontrollierte Zuwanderung…, Schieflage…., Mädchen in Freibädern…, Sorgen der Eltern…, Einsatz der Bundeswehr im Inneren…, Sicherheit…., Destabilisierung…, mehr Polizei…, deutsche Frauen…”, Wolfram Weimer weiß wie man routiniert möglichst viele Reizworte der Neurechten in die Stammtischrunde wirft. Der rechtspopulistisch schwadronierende Verleger Wolfram Weimer überschreitet mit seinem verbalen Amoklauf im Presseclub Grenzen, weil fernsehende Sesselnazis die Terrorangst-Profiteure ganz doll lieb haben. Faschisten auf youtube feiern ihn bereits als einzigen Pressevertreter mit “gesunden Menschenverstand in einer Runde von linken Idioten”. Da hat der Wolfram in der “Amoklauf-Sendung” der traditionsreichen politischen Talk-Show aber fein alle Tasten der rechtspopulistischen Angstmacher-Klaviatur gedrückt. Das kommt beim rechtsextremen, offen rassistisch bis nazistischem Fakeaccount-Pöbel prima an.

Nadelstreifennazis, Neurechte, völkisch-nationalistische Identäre, andere Rassisten und Rechtspopulisten bedienen sich einer plumpen, aber wirkungsvollen Strategie. Sie lügen, verdrehen die Fakten, schüren Angste, bieten die harte Hand und Polizeistaat feil und befördern damit Klassismus, Rassismus und Faschismus. Ertappt man die Rechtspopulisten dabei, kontern diese entweder mit Medienschelte, Victim-Blaming oder Verunglimpfung der politischen Gegner auf persönlicher Ebene. Als Archetyp des Rechtspopulisten tritt im us-amerikanischen Wahlkampf Donald Trump auf. Obwohl er seine rassistische Präsidentschaftskampagne selbst mit verlogenen Falschaussagen unterfüttert, denunziert Trump seine politische Konkurrentin Hillary Clinton als “Weltklasselügner” (World class Liar). Trumps reaktionäres Wahlversprechen: Grenzen dicht. Sein pervertiert nationalistisch-patriotisches Wahlkampfmotto: Amerika zuerst. Plumper Patriotismus schlägt in der populären Primitivpolemik die zuweilen im grollenden Theaterdonner aus düsteren Nebelschwaden hervorblitzende Kompelxität der Realpolitik. In Amerika und Europa.

Fakten verdrehen und Angste schüren durfte indes Publizist Wolfram Weimer im Presseclub. Der Cicero-Herausgeber reproduzierte deutsch-nationalistische Lügenpropaganda und faselte etwas von einer Destabiliserung Deutschlands durch Flüchtlinge und den offenen EU-Grenzen, sowie einer Sicherheitskrise, die Merkel zu verantworten habe. Der Verleger mag ein unternehmerisches Interesse darin hegen, zu polarisieren. Aufmerksamkeit generiert Auflage und Klicks im Internet, aber das Thema Amokläufe (Würzburg, München) mit dem AfD-Reizthema Flüchtlinge und Dauerbrenner Sicherheit in Verbindung zu bringen, ist ein Fall von rechtsreaktionärer Stimmungsmache und rechtspopulistischer Lügenpropaganda. Weimer erledigt das in einem trübbraun geseierten Abwasch, der einem seriösen Journalismus unwürdig ist.

Es gibt Grenzen in der demokratischen, zivilen und friedlichen Debattenkultur. Pauschal Gruppen als Gefährder zu denunzieren, überschreitet die Grenze zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Verbale Amokläufer sind Demagogen, die sich quasi als Terrorangst-Profiteure dem rechten Rand andienen. Das ist intolerierbar. Keinen Fußbreit den Faschisten. Nie wieder…

Doch wieso ist es so einfach, Menschen Angst einzujagen, die Stimmung gegen Flüchtlinge und Muslime ins Negative zu verkehren? Neben konstruierten Konkurrenzsituatuionen im Kapitalismus, die es einfach macht, kollektive Solidarität zu torpedieren, spielt wohl auch der Wille zur gezielten Vorurteilsbereitschaft, verbunden mit Leichtgläubigkeit eine Rolle. Tasächlich ist mehr als die Hälfte der Menschheit mit einer Veranlagung zum Glauben ausgestattet. Bei diesen Menschen wirkt sich die genetisch vererbte Fähigkeit zum Glauben sogar auf das Belohnungssystem der menschlichen Psyche aus. Bestärkung im Glauben produziert Glücksgefühle, Zweifel durch Wissen können frustieren. Da ist es fürs objektive Denken und rationale Handeln schwer, sich im Zusammenspiel von Intelligenz und spezifizierten Kompetenzen, in unterschiedlichen Sozialistationen erworben, gegen irrationale, diffuse Ängste (Phobien) und subjektive Wahrnehmungen durchzusetzen. Selbst Halbwahrheiten, Gerüchte und frei erfundene Geschichten verfangen sich einfacher als bewiesene Fakten im Weltbild, wenn sie die ohnenhin vorhandene Programmierung bestätigen. Das gilt auch für Vorurteile. Widerlegungen von verfestigten Ressentiments filtert der Betroffene vorschnell als Regel bestätigende Ausnahme aus. Deshalb ist es kaum möglich, kontsruktiv gegenüber Rassisten zu argumentieren. Fanatasismus evoziert und provoziert Feindschaft. Deeskalation ist kompliziert.

Umso ärgerlich, wenn ein Weimer als Zitatgeber der Rechtspopulisten fungiert, die mit der Leichtgläubigkeit und Verunsicherung der Bevölkerung, antidemokratischen Schindluder treiben, wenn sie Gewalttaten instrumenatlisieren, um verable Aggression salonfähig zu machen und den gesellschaftlichen Unfrieden verschärfen.

Dafür muss es nicht erst soweit kommen, oder?

Chauvinisten stoppen, bevor die Nationalisten tun, was Nazis verbrechen, wenn Demokraten es zulassen. Auch verbale Amokläufe sollte die Zivilgesellschaft präventiv vermeiden.

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Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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