Stadt- und Skispaß: Ab Salzburg ins nahe Skigebiet

Österreich

Schicht am Shuttle

Wer das Stadtleben sucht und trotzdem Skifahren möchte, ist in Mozarts Geburtsstadt richtig aufgehoben. Roman Forisch begleitet täglich den Ski-Shuttle aus der Innenstadt ins Schneeparadies.Text/ Fotos: Robert Niedermeier

Auch im Winter warten Salzburger Kutscher auf Kunden. Foto: Robert Niedermeier

Salzburger Kutscher sucht Fahrgast

Morgens um halb neun wirken die blauen Augen von Reiseleiter und Skilehrer Roman Reinhard Volkmar Forisch jun. etwas verkniffen. Trotz des brummenden Schädels lächelt der 44-Jährige vergnügt als er am verschneiten Mirabellenplatz ins Mikrofon spricht: „Willkommen im Ski-Shuttle von Salzburg nach Flachau, die Fahrt dauert zirka eine Stunde…“. Noch in der City folgen Details zum Skipasserwerb oder Skiverleih im 60 Kilometer weit entfernten Wintersportort. Der Bus mit etwa zwei Dutzend Ski- und Snowboardfahrern verlässt die viertgrößte Stadt Österreichs. Rollt durch das Salzburger Land über die Tauernautobahn A10 Richtung St. Johann im alpinen Landstrich Pongau, wo sich zum Greifen nah die ersten mächtigen Alpen-Gipfel beidseitig der Ski-Busroute erheben.

Die Salzach in Salzburg. Foto: Robert Niedermeier

Die Salzach in Salzburg

Bilder von drahtigen Artisten: Die Nacht zuvor Revue passieren lassen

Salzburger Lesben- und Schwulenlokal: Kellner in der Mexxx-Bar

Salzburger Lesben- und Schwulenlokal: Kellner in der Mexxx-Bar

Kaum haben die Passagiere ihre Skihelme, Daunenjacken und Handschuhe sortiert, erreicht der komfortable Reisebus den Zielort Flachau. In der Kulturstadt Salzburg wabert noch grauer Nebeldunst an den Flussufern der Salzach, 1000 Meter über dem Meeresspiegel strahlt der blaue Himmel: „Herrlich“, jauchzt Forisch bei der Gondelfahrt hoch zum Skiberg Grießenkareck auf knapp 2000 Meter Höhe: „Die klare Luft macht den Kopf frei, aber den Kater haben wir uns verdient“, lacht der rothaarige Sportler und lässt die vorangegangene Nacht Revue passieren. Die Bilder von drahtigen Artisten, die von musikalischen Balkan-Klängen begleitet, waghalsige akrobatische Meisterleistungen beim „Winterfest“ im Volksgarten vollbringen, sind nach wie vor präsent. Das sehr gute Essen im Alter Fuchs in der Linzergasse und auch die vielen Longdrinks, die der hübsche Kellner Alois in der lesbisch-schwulen Szenebar „Mexxx“  serviert, rumoren im Magen. Das Leben in der Geburtsstadt von Amade (Amadeus) Mozart mit seinen kulturellen, kulinarischen und kontaktreichen Verführungen macht sich inmitten der imposanten Naturlandschaft bemerkbar. „Das  sind die Folgen, wenn man in Salzburg wohnt. Abends nach dem Skifahren wird es keinesfalls langweilig“, preist der weltoffenen Salzburger die Verbindung von Städte- und Skiurlaub an.

Roman Forisch führt durch das Skigebiet oberhalb von Flachau

Roman Forisch führt durch das Skigebiet von Flachau

Rasante Tour entlang hervorragend präparierter Pisten

Ein Trend, der immer mehr Anhänger findet. Auch die deutsche Millionenstadt München oder das Tiroler Innsbruck bieten Touristen einen Ski-Shuttle-Service,  der aus den Innenstädten direkt zu den Pisten der Umgebung führt. Doch nur in Salzburg werden die Besucher ab Mitte Dezember von einem schwulen Mann umsorgt, der neben Charme und Kenntnisreichtum über queere Anekdoten Salzburgs, eine original britische Butler-Ausbildung vorweisen kann. Und: Der Salzburgexperte ist ein Skiass. Er kennt sich aus in dem zum Skipassverbund „Ski Amadè“ gehörenden Gebiet zu Fuße des majestätischen Faulkogels und gibt die rasante Tour entlang hervorragend präparierter Pisten und modernen Skianlagen vor. Das erste Etappen-Ziel ist der benachbarte Berg Mooskopf. Von dort wedelt Forisch steil bergab ins Tal von Kleinarl. Über das verschneite Dorf Wagrain führt die Skiroute nach vielen breiten und vielseitigen Pisten zurück nach Flachau, wo um 16.00 Uhr der Bus zurück, mitten hinein in den Trubel Salzburgs führt. Die blauen Augen von Forisch strahlen wieder frisch und munter.

Salzburg: Mozartkugeln in der Tüte. Foto: Robert Niedermeier

Salzburg: Mozartkugeln in der Tüte

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Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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