Peoples Power – World Pride Toronto 2014

Toronto

Peoples Power

Peoples Power - Pride LGBT Toronto 2013: Beobachtungen und Eindrücke vom 29. und 30. Juni 2013. Freiheit ist relativ.Text/ Fotos: Robert Niedermeier

“We march for those who can’t”, ist der Leitspruch des offiziellen Mottos 2014 “Our Pride is everywhere”. Francisco Alvarez erklärt, was damit gemeint ist: “Wir möchten Menschen aus aller Welt zusammenbringen, das Erreichte, im Sinne einer besseren Zukunft für alle zu feiern”, sagt der Mitorganisator des Pride Torontos…

Francisco Alvarez erklärt den World Pride 2014

Francisco Alvarez erklärt den World Pride 2014

Pride LGBT Toronto 2013: Ist das noch queer?

Beobachtungen und Eindrücke vom 29. und 30. Juni 2013:

Toronto Pride am Dundas Square

Toronto Pride am Dundas Square

Update: Habe leider eine Sommer-Erkältung aus Toronto mitgebracht, weshalb sich die Ausgestaltung dieses Posts verzögerte.

Bisexuellle junge Männer im queer Outfit

Bisexuellle junge Männer im queer Outfit

Heute (Update: 09.07.2013) erreichen Europa katastrophale Bilder aus der Millionenmetropole am Ontario-See. U-Bahn-Schächte, Zuggleis-Unterführungen, Tiefgaragen und die Ufer sind überschwemmt. Die durch starke Regenfälle ausgelöste Flut brachte die Strom-Versorgung in Haushalten von 300000 Einwohner zum Erliegen. Hoffentlich kommen keine Menschen zu Schaden.

Raise the Rainbow

Raise the Rainbow

Update, 04.11.2013: Bislang noch keine Worte zu Toronto gefunden, wurde heute an diesen zwielichtigen Bürgermeister der Stadt erinnert. Im Neujahr werde ich mich jedenfalls den schöneren Seiten Ontarios zuwenden, aber auch an anderer Stelle das folgende Zitat eines schwulen Mannes aus Toronto unterbringen: “Nun, wir dürfen jetzt in der Kirche unseren Freund heiraten, aber das Ficken im Cruising-Club wird uns verboten.”

Guten Appetit, ein nacktes Statement. in Toronto

Guten Appetit, ein nacktes Statement.

Update, 06.11.2013: Und just hat Torontos oberster Saubermann zugegeben, Bürgermeister Rob Ford, dass er die harte Droge Crack konsumiert, alles auf Video aufgezeichnet – homophobe Ausfälle gegenüber eines politischen Konkurrentens inklusive.

Dyke on Byke zu Beginn vom Dyke March: Toronto Pride: Bilder und Beobachtungen vom 29. und 30. Juni 2013

Toronto-Reportage: Textauszug aus Queer.de

Hong Seok Chun fühlt sich wohl im angesagten Künstler-Viertel Queen Street West. Der Kiez in Toronto mit seinen Coffeeshops, Galerien und Tinnef-Lädchen in hübsch restaurierten Häusern im britisch-viktorianischen Stil ist eine rasant gentrifizierte Gegend.

Blaskapelle bläst und marschiert... Dundas Square

Blaskapelle bläst und marschiert…

Zwar fallen einige Regentropfen, doch der Südkoreaner findet zusammen mit anderen Schwulen Schutz unter dem Dachvorsprung des hippen Gladstone Hotels. Die Stimmung ist heiter. Man plaudert, lacht, flirtet und Hong, der Schauspieler, Politiker und Restaurantbesitzer, erzählt von seinem Coming-out im fernen Südostasien: “Ich wollte ein Vorbild für andere junge Homosexuelle sein, dachte, mein Prominenten-Bonus könnte helfen, für mehr Akzeptanz zu sorgen.” Ein Trugschluss. Dass der heute 43-Jährige sich zu seinem Schwulsein öffentlich bekennt, besiegelte im Jahre 2000 das Ende seiner erfolgreichen Karriere als gefeierter Soap-Star. Christliche und buddhistische Gruppen liefen Sturm. Sein Sender ließ ihn fallen. “Das war ein Schock”, sagt Hong. Betretenes Schweigen.

Mittags am Pride-Wochenende im Gay Village

Mittags im Village

In kanadischen Bundesstaat Ontario sieht die Situation anders aus. “We march for those who can’t”, ist der Leitspruch des offiziellen Mottos 2014 “Our Pride is everywhere”. Francisco Alvarez erklärt, was damit gemeint ist: “Wir möchten Menschen aus aller Welt zusammenbringen, das Erreichte, im Sinne einer besseren Zukunft für alle zu feiern”, sagt der Mitorganisator des Pride Torontos…

Toronto Pride: Bilder und Beobachtungen vom 29. und 30. Juni 2013

“Ein ideales T-Shirt-Wetter ohne hässliche Schweißränder befürchten zu müssen”, meint Hong, der an einem lauen Juni-Abend im italienischen Restaurant “Nota Bene” über seine neue Lieblingsmetropole schwärmt. Im Edel-Lokal auf der Queen West Street, oberhalb des mit Theatern und Kinos reichlich bestückten Entertainment Districts, laben sich auch seine Begleiter am Hechtfilet aus dem tiefen See und Wild aus den weiten Wäldern, serviert mit perfekt zubereitetem Risotto und fantastisch mundenden Pasta.

Pride_Straßenfest in Toronto, Foto: Robert Niedermeier

Pride_Straßenfest in Toronto

Ein weiterer Pluspunkt Torontos offenbart sich: Die kulinarische Vielfalt ist Dank des multikultureller Einflüsse top. Vom Hamburger im “Five Guys” bis zum Hummer-Genuss im “Red Lobster”, selbst das Fast Food-Angebot ist eine Wucht.

Vom zentralen Dundas Platz fußläufig zu erreichen, ist das östlich des Uni-Viertels gelegene Church Wellesley Village zwischen der Yonge und Jarvis Street: Das traditionelle und nach wie vor angesagte Gay-Quartier der Stadt. Nicht nur zur alljährlichen Pride Week, zu dessen finalem Paraden-Tag Ende Juni über eine Million Menschen die Straßen säumen, ist dort ordentlich was los.

Village People

Vom zentralen Dundas Platz fußläufig zu erreichen, ist das östlich des Uni-Viertels gelegene Church Wellesley Village zwischen der Yonge und Jarvis Street: Das traditionelle und nach wie vor angesagte Gay-Quartier der Stadt. Nicht nur zur alljährlichen Pride Week, zu dessen finalem Paraden-Tag Ende Juni über eine Million Menschen die Straßen säumen, ist dort ordentlich was los…

Pride Street Party Gay Village Toronto 2013Pride Toronto Dundas Square 2013Publikum Pride Toronto Stage PublikumPride Toronto Backstage

Earl, ein vor 14 Jahren aus Alberta zugewanderter Kanadier, hat jedoch allerhand zu nörgeln: “Weißt Du, ich dürfte meinen Freund in der Kirche heiraten, aber das Ficken im Club ist schon lange verboten”, klagt er bitter. In der Tat: Im Black Eagle, dem wohl ältesten Cruising-Lokal im Gay-Village, achten die Gläsereinsammler und Ordner penibel darauf, dass kein Penis offen zum Vorschein kommt.” Bumskabinen mussten abgebaut werden”, schimpft der kernige Farmersohn über die prüden Verordnungen der Stadtoberen, die allerdings nicht allein schwule Ausschweifungen behindern. Gleichwohl erschweren die vom Drogenkonsumenten und Bürgermeister Ford unterstützten Regulierungen auch heterosexuelle Stripper-Schuppen das Überleben.

Pink Iceland in Toronto

Pink Iceland in Toronto

Zigaretten und Bumskabinen den Kampf angesagt

Steamworks - Ficken muss sein

Steamworks – Ficken muss sein

Schwule Solidarität ermöglicht am Vorabend der Pride-Parade 2013, dass Earls orale Wünsche dennoch in Erfüllung gehen. Eine Wand aus netten Gästen bildet sich schnell als Sichtschutz, worauf die anschließende Zigarette im Patio, eine halboffene Terrasse, im zweiten Stockwerk umso besser schmeckt. Ansonsten: In Toronto herscht striktes Rauchverbot, selbst vor den Bar-Eingängen, und auch der Genuss von Alkohol ist auf offener Straße untersagt. Schräg gegenüber in der Schwulensauna ist Nacktheit kein Problem. Allerdings muss Mann für die intimen Kabinen extra blechen. Offen zugängliche Matratzen-Kabuffs gibt es nicht. Dafür ist die als Privatclub geführte Männertreffpunkt Steamworks gut ausgestattet: Pool, Whirlpools, Fitnessraum, prima Sanitäranlagen, aber keine Dampfe, wo es im schummrigen Licht zur Sache gehen könnte… Weiterlesen auf queer.de

After Pride - voll breit: Church Street im Gay Village:

After Pride – total breit.

Über Reiserobby

Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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