Mallorca macht mobil – ganzjährig sportlich aktiv

Spanien

Mallorca macht mobil

Prima Klima für Aktive: Für Sportskanonen ist die belebte Urlauber-Insel ganzjährig ein wahres Dorado. Fünf Experten geben Tipps für fitte Reiter, Kletterer, Radfahrer, Wanderer und Fans vom Stand-up-Paddling.Text: Robert Niedermeier, Fotos: Dennis Yenmez & Stephan Fengler

Reiten: Im Galopp zu Glücksgefühlen

Erfolgsmakler Marcel Remus reitet sich warm, Foto: Stephan Fengler

Erfolgsmakler Marcel Remus reitet sich warm

“Man muss ein Pferd verstehen, um es wirklich reiten zu können”, sagt Marcel Remus und flüstert Hannes ein paar spanische Worte in sein Wallach-Ohr. Das Ross trippelt, schwenkt galant zur Seite und legt auf Befehl seines Reiters den Rückwärtsgang ein. “So geht das”, freut sich der Mallorca-Makler über die gelungene Darbietung und streichelt Hannes über sein in der Morgensonne glänzendes, pechschwarzes Fell. Früher war Marcel Remus als Dressurreiter erfolgreich. Das Gestüt “Son Magraner” außerhalb von Palma, wo er sein Pferd Hannes täglich zur frühen Morgenstunden trainiert, bietet auch Reitstunden an. Remus kennt die reizvollsten Ecken für Pferdenarren: “Der Osten der Insel ist besonders schön.” Ein langer Ausritt auf weichem Sandboden durch die Pinienwälder sei etwas ganz Besonderes. Die urwüchsige Landschaft breitet sich zwischen den Ortschaften Campos und Santanyi aus, und ein Ritt am Naturstrand von Es Trenc bei Colonia St. Jordi ist der Höhepunkt. Marcel Remus: “Da bekommt man den Kopf frei und erlebt wahre Glücksgefühle.”

Serpentinenkiller: Fahrradfahren wie die Profis

Fahrrad-Profis: Mallorca macht mobil

Fahrrad-Profis: Mallorca macht mobil

Der stahlblaue Januar-Himmel lacht und drei junge Männer strampeln auf Rädern um die Wette. Marco Schätzing aus Dresden und seine Team-Kollegen David Simon und Christopher Maletz radeln bundesweit in der Fahrrad-Elite mit. Für die Schönheit Mallorcas haben sie kaum Blicke übrig. Sie sind zum Trainieren hier. “Es gibt drei gute Gründe für die Balearen-Insel: wenig Regen, die relativ kurze Anreisezeit und das abwechslungsreiche Gelände.” Im Inselinneren bauen sich im Westen die Massive des Tramuntana-Gebirges auf, davor weite Ebenen. “Das Flachland ist ideal fürs Ausdauertraining, die Berge für Kraftübungen”, erklärt Schätzing. Von Januar bis Mai herrscht auf Mallorcas Straßen Hochbetrieb, es ist die Hauptsaison der Radsportszene. Deshalb können Urlauber, die den Profis nacheifern, rund um Palma in regelrechte Fahrradstaus geraten. Experte Schätzing sagt: “In Orient haben wir die Serpentinen für uns alleine, allerdings ist dort bei den steilen Abfahrten Fingerspitzengefühl nötig.” In der Ferne ragen Berggipfel empor, kurz vor Algaida taucht die Sonne die sanften grünen Hügel in gelbes Licht. Sóller, Puig de Randa und der Anstieg von Caimari bei Inca hoch zum Kloster Lluc, das sind Schätzings Lieblingstouren: “Training ist ein Job, aber Mallorca ist der schönste Arbeitsplatz.”

Klettertouren: Steilwände hoch an einsamen Küsten

Bucht Cala Magrana

Bucht Cala Magrana: Kletterprofi Jeremy Hansen

Verrückt, aber um ans Meer zu gelangen, muss man auf Mallorca manchmal hinaus aufs Land fahren. Kletterprofi Jeremy Hansen, Freundin Xiscia Villalonga und Bergführer Joan Moas fahren ab Manacor Richtung Porto Colom im Nordosten der Sonneninsel. Ihr Ziel ist die Bucht Cala Magrana: “Eine Küstenstraße führt hier nicht hin”, erklärt Villalonga beim Stopp auf der Landstraße, die weiter nach Cales de Mallorca führt: “Die Region ist ein Naturschutzgebiet.” Nur das trockene Bett des Sturzbaches Bòta weist den Weg zum vielleicht schönsten Kletterplatz Mallorcas. Der Trampelpfad durch Olivenhaine mündet in eine enge Schlucht und Hansen warnt: “Bei Regen sollte man hier nicht herlaufen.” Er zeigt auf die schräg zum Boden in Fließrichtung der Wassermassen gebogenen Büsche und erklärt: “Wenn man da hinein gerät, hat man kaum Überlebenschancen.” Seine Begleiter nicken. Nach einer halben Stunde Fußmarsch endet die Schlucht in einer Traumbucht. Steile, rostrote Klippen rahmen den 60 Meter langen Sandstrand von Cala Magrana ein. Kletterlehrer Hansen hat sein Handwerk beim inselberühmten Kletter-As Miquel Riera erlernt und gibt sein Wissen an Mallorca-Urlauber weiter. Gewissenhaft prüft er die bereits geschlagenen Haken und spannt zusammen mit Joan Moas gekonnt die Seile. “Alleine Klettern geht nicht”, sagt Xiscia Villalonga, greift in den Fels und stemmt sich mit dem rechten Bein nach oben. “Himmlisch”, ruft sie, während sie den Ausblick hinaus aufs offene Meer wagt.

Wander-Woman: Mit der Prinzessin über alle Berge

Wander-Woman: Astrid Prinzessin zu Stolberg-Wernigerode auf Mallorca: Cuber-Stausee inmitten des südlichen Tramuntana-Gebirges , Foto: Dennis Yenmez

Wander-Woman: Astrid Prinzessin zu Stolberg-Wernigerode

Nebel umwabert den Gipfel des 1100 Meter hohen Berges L’Ofre. “Gleich kommt die Sonne raus”, verspricht Astrid Prinzessin zu Stolberg-Wernigerode. Ihre Begleiter blicken ungläubig. Sie sehen nur die dichte Nebelwand, die sich vor ihnen aufbaut. Doch plötzlich reißt ein Windzug die Nebelbank auf und das Panorama reicht übers Weinbauerntal von Binissalem bis weit hinüber in die Hauptstadt Palma. Über zwei Stunden dauert die Wanderung hoch zum nebeligen Gipfel, die unten am Cuber-Stausee inmitten des südlichen Tramuntana-Gebirges beginnt. Eine einsame Schutzhütte aus Naturstein und ein paar Kühe sind die letzten Anzeichen von Zivilisation am Fuße des mächtigen Berges. Nebelschwaden kriechen auf dem Waldboden, Bachläufe plätschern und ringsherum bauen sich die felsigen Bergmassive majestätisch auf. “Ist das herrlich”, jauchzt die fitte Wanderführerin. Die 54 Lenze, die sie zählt, sieht man der inselweit als Wanderprinzessin bekannten blonden Sportlerin nicht an. Stolberg-Wernigerode führt professionell durch die vielseitigen Landschaften Mallorcas: “Toll ist auch die Route am Torrent de Pareis,” erzählt die adelige Wander-Lady über das Gebiet, das als Weltnaturerbe der Unesco ausgezeichnet worden ist. Mächtig protzt der Puig Major, Mallorcas höchster Berg, mit seinen 1450 Metern direkt vor der kleinen Wandergruppe. “Um das zu erleben, braucht man nur festes Schuhwerk”, zeigt sich Astrid zu Stolberg überzeugt. Etwas Kondition muss man allerdings ebenfalls mitbringen. Das wird allen in der Gruppe klar – spätestens als der Rückmarsch ansteht.

Stand Up Paddling und Surfen: Durch Wind und Wellen

Surfer- und SUP-Experten: Joan Bonet und Mauro Lareu, Foto: Dennis Yenmez

Surfer- und SUP-Experten: Joan Bonet und Mauro Lareu

Die Wellen brechen sich in der Brandung. Joan Bonet blickt raus aufs Meer. “Ist das nicht super”, ruft er gegen den Wind. Sein Surfer-Kumpel Mauro Lareu ist schon draußen, die Knie leicht gebeugt, steht er auf seinem Surfbrett und gleitet über die Wellen des Mittelmeeres. Hier in der Nähe von Artà im Norden Mallorcas weht der Wind kräftiger als im Süden: “Je stärker der Wind, desto höher die Wellen und umso mehr Spaß”, sagt Joan Bonet. Der Wellenreiter hat die Wogen in der Bucht von Colonia de San Pedro gemeistert und macht aus einer Laune heraus einen Kopfstand auf dem Brett. Beide Mallorquiner sind echte Surf-Fanatiker und bieten auch Kurse fürs populäre Stand-up-Paddling an. “Das Wellenreiten mit kurzem Brett und einem Paddel zum Balancieren ist perfekt für Anfänger”, empfiehlt der Wellenreiter Mallorcas neuen Trendsport. “Damit bekommt man ein erstes Gefühl für die Wellen, das fördert die Motivation”, sagt Bonet. Einfach sei das zwar auch nicht, aber man mache viel schneller eine gute Figur. “Es gibt Tricks, die man beherrschen muss, um mit dem Meer zurechtzukommen”, stellt Bonet fest. Dann stürzt er sich in die Gischt.

Reiserobby mit "seiner" Lieblings-Prinzessin im Nebel

Reiserobby mit “seiner” Lieblings-Prinzessin im Nebel

 

Bucht Cala Magrana: Xiscia Villalonga klettert

Bucht Cala Magrana: Xiscia Villalonga klettert

Joan Bonet beim Standard-Paddling in der Bucht von Colonia de San Pedro

Standard-Paddling: Bucht von Colonia de San Pedro

 

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Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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Ein Kommentar zu Mallorca macht mobil – ganzjährig sportlich aktiv

  1. Katrin Haad sagt:

    Sehr geehrte Reiselobby, ich bin Kletterlehrerin, spreche Deutsch, Englisch und Spanisch und arbeite momentan in einem Hochseilgarten auf Mallorca. Ich habe Interesse mit euch zusammenzuarbeiten um Kletterausflüge auf der wunderschönen Insel Mallorca zu veranstalten. Ich würde Sie gerne um ein persöhnliches Gespräch bitten. Mit freundlichen Grüßen, Katrin Haas

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