Vor zehn Jahren: Taylor Dayne im Flash-Interview

Popkultur

Testimonial Taylor

Weltstar Taylor Dayne singt den offiziellen Song der VIII. Gay Games Cologne 2010. Die amerikanische Sängerin wird den unter anderem vom schwulen Komponisten Peter Hägerås geschriebenen Popsong „Facing A Miracle“ am 31. Juli bei der Eröffnungsfeier im RheinEnergieStadion performen. Die us-amerikanische Dance- und Soul-Diva der Achtziger Jahre stand Flash zu einem Interview-Gespräch über Kunst und Lohnarbeit zur Verfügung. Text: Robert Niedermeier, Foto: Screenshot Googlesuche

Wann waren Sie das letzte Mal in Köln? Taylor Dayne: Oh, das muss schon jetzt viele Jahre her sein, aber ich freue mich sehr endlich wiederzukommen.

Was ist die Botschaft des Gay Games-Songs „Facing a Miracle“? Taylor Dayne: Die Botschaft ist doch ganz einfach zu verstehen: Es geht darum Wunder sichtbar zu machen, die Komponisten haben es sehr gut verstanden, den Text, der sehr erbaulich und positiv ist, in einer großartigen Melodie zu verpacken. Der Songtitel selbst ist also die Botschaft und der Takt transportiert das aufbauende Grundgefühl.

Mussten sich die Gay Games-Organisatoren eigentlich sehr anstrengen, Sie dazu zu überzeugen, die offizielle Hymne des Sportevents zu präsentieren? Taylor Dayne: Nein, überhaupt nicht. Als es sich anbahnte, dass mir das Angebot gemacht wurde, wollte ich natürlich als erstes den Song hören. Als ich den dann ein einziges Mal gehört habe, habe ich sofort schlicht und einfach Ja gesagt.

Ihre Karriere begann sehr erfolgreich in den Achtziger Jahren, was haben Sie seitdem so angestellt? Taylor Dayne: Alles begann ja mit „Tell it to my Heart“ und Deutschland war übrigens eines der ersten Länder, in denen ich mit dem Hit die Nummer Eins-Position errecht habe. Doch was viele in Europa gar nicht wissen ist, dass ich auch in den letzten 22 Jahren 17 Top-20-Singles in den amerikanischen Billboard-Charts platzieren konnte. Das letzte Mal erst letztes Jahr mit dem Stück „Beautiful“

Live Performance von Taylor Dayne beim Gay Games Opening

Was ist der größte Unterschied von damals zur heutigen Zeit? Taylor Dayne: Ganz klar, das Internet. Wir alle wissen, ob Künstler oder Konsumenten, wie heftig sich die Musik- und die komplette Unterhaltungsindustrie durch das Internet verändert haben.

Taylor Dayne: Gegenleistung für meine Arbeit ist gutes Geld

Sie könnten sich doch sicherlich längst zur Ruhe gesetzt haben, warum können Künstler einfach nicht aufhören? Taylor Dayne: Ich verspüre einfach noch Hunger, ich möchte weiterhin ein Teil der Musikindustrie sein. Und natürlich erwarte ich als Gegenleistung für meine Arbeit auch gutes Geld. Aber auch der Zuspruch meiner Fans ist für mich ein großer Lohn. Doch hauptsächlich geht es mir darum, weiterhin kreativ sein zu können. Künstler brauchen ein Podium auf dem sie ihre Gaben zum Einsatz bringen können. Und es ist ein gutes, ein echtes Gefühl voller Leidenschaft, dass ich es ausleben kann, wenn ich als Künstlerin aus dem Nichts etwas Neues erschaffen darf.

Sie haben siebenjährige Zwillinge; eine Tochter und einen Sohn, was ist, wenn beide homosexuell werden sollten, wie gehen sie dann als heterosexuelle Frau damit um? Taylor Dayne: Das Thema Sexualität ist ein sehr komplexes Thema. Ich selbst fühle mich sehr wohl in meiner eigenen Haut. Bei meinen Kindern ist es ja noch Zeit, bis es wirklich zum Thema wird.

Glauben Sie denn, dass heterosexuelle Eltern als Vorbilder für Schwule oder Lesben dienen können? Taylor Dayne: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Astaria, meine Tochter auf Jungs steht, und Levi, mein Sohn, auf Mädchen, aber wer weiß? Also: Ich denke mal als Elternteil sollte man seine Kinder so lieben wie sie sind. Man hat nur eine Möglichkeit; sie in dem zu bestätigen, was sie sind, sie in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen, damit sie die besten Fähigkeiten entwickeln können, ihr Leben zu meistern. Ob sie hetero- oder homosexuell sind, das ist doch Nebensache. Ich würde beides akzeptieren und auch unterstützen – ganz klar!

Was für Musik hören ihre Kinder denn? Taylor Dayne: Natürlich lieben sie alle meine Songs – lacht – und meinen I-Pod.. Sie mögen halt ihre Mami, und deshalb auch alle meine Downloads, die beide mittlerweile auf ihren eigenen Geräten kopiert haben.

Zurück zum Showbiz, was sind ihre nächsten Pläne? Taylor Dayne: Jetzt bereite ich mich erst einmal auf meine Reise nach Europa vor, um zurück nach Deutschland zu kommen, und ich freue mich auf die Gay Games in Köln und auf die Stadt.

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Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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