Rosa Zukunft/ Queer Future: Schwuz, Cafe Ole, Silverfuture, Villa Neukölln und Freundinnen

Leben in meinem Kiez

Als Schwuler unter Türken und Arabern? Klar doch, ich liebe Neukölln

Queer Future. Rosa Zukunft in Neukölln

Bürostuhl vor Graffiti: Rosa Zukunft in Neukölln?

Ein multikulturelles, lesbisch-schwul-bisexuelles Neukölln nimmt immer deutlichere Konturen an. Hier in meiner direkten Nachbarschaft fühlen sich auch Transgender und Queer-Personen wohl. Gerade auch wegen der vielen muslimischen, toleranten und freundlichen Nachbarn. Das spüre nicht nur ich, der ein Faible für orientalische Gepflogenheiten und Lebensart allgemein sein Eigen nennt. Beim Durchstöbern diverser Dating-Portale fällt auf, dass immer mehr schwule Männer in Neukölln heimisch geworden sind. Dasselbe trifft auch für Lesben und Trans* zu. Kunst und Kultur, noch relativ günstige Mieten, schöne Parks und ein durchaus tolerantes multikulturelles Umfeld bieten längst beste Voraussetzungen zur Gestaltung einer prosperierenden und vor allem queer-freundlichen Nachbarschaft. Noch dieses Jahr lässt sich zudem des Schwuz, Berlins ältestes und größtes Lesben- und Schwulen-Zentrum, im ehemals als sozialer Brennpunkt verrufenen Rollberg-Viertel nieder. Grund zur Sorge gibt es für die künftigen Gäste nicht. Meine muslimischen Nachbarn sind weitaus toleranter als gemeinhin angenommen wird. Vielmehr begegnen sie einem voller Respekt und mit ehrlicher Freundlichkeit. Und das, obwohl diese Gruppe nach wie vor selbst krassen Formen von Diskriminierung ausgesetzt ist. Leider auch immer wieder verbal. Unter anderem von einigen schwulen Hardlinern, die Moslems oder pauschalierend alle Menschen mit Migrationshintergrund als Gefahr für Homos verunglimpfen. Doch das infame Vorurteil ist einfach nicht wahr. Ausnahmen bestätigen lediglich die Regel. Fortsetzung folgt hier…

“Weiße Schwule versus Moslems?

Immer wieder kommt es in schwulen Internet-Portalen zu fremdenfeindlichen Ausfällen. Erst am 09. August musste ich lesen, dass ein Queer.de-User, unter virtuellem Applaus eines Großteils der Leser, muslimische junge Männer pauschal als “Bestien” beschimpfte. Meine Antwort: Allgemein zur Angst vor Menschen, es gibt keine Studien, die belegen, dass Menschen, die Moslems sind, gefährlicher für Homos seien als andere. Muslimischen Jugendlichen wurde in Kooperation mit dem LSVD folgende Frage gestellt: “Wenn sich zwei schwule Männer auf der Straße küssen, finde ich das abstoßend?”. Knapp 80 Prozent der befragten Jugendlichen mit muslimischen Hintergrund bejahten das. Hätte man aber gefragt, ob sie es abstoßend finden, wenn Mann und Frau in aller Öffentlichkeit herum knutschen, fände die selbe befragte Gruppe, das gleichfalls abstoßend, weil es sich einfach “nicht gehört”. Trotzdem schlügen dieselben Befragten deswegen doch nicht gleich drauf. Ferner ist es Fakt, dass besonders Jugendliche mit muslimischen Background sozial benachteiligt werden und im weitaus stärkeren Maße Opfer von Diskriminierung sind als der deutsche weiße Schwule. Diskriminierte Minderheiten suchen sich, das ist soziologischer Fakt, eine vermeintlich schwächere Gruppe als Ventil ihrer Frustration, deswegen ist auch Fremdenfeindlichkeit in schwulen weißen Kreisen besonders verbreitet. Da diese aber im Durchschnitt mehr verdienen, besser gebildet sind, sind sie nicht unbedingt tolerant, aber weniger offen gewalttätig. Sie begnügen sich in ihrem Frust damit, anzudeuten, dass sie alle muslimischen Jugendliche für potentielle “Bestien” halten. Ganz schön krank. Homophobie mit Xenophobie zu begegnen ist wirklich das Letzte und ändert gar nichts zu Besseren. Empfehle zur Lektüre ein Buch zum Thema, dass keine faschistoiden Vorurteile reproduziert, sondern vielmehr um Aufklärung bemüht ist.

http://diefreiheitsliebe.de/buchrezension/karriere-eines-konstruierten-gegensatzes-zehn-jahre-muslime-versus-schwule

Für die kommende Ausgabe der Schwulen-Zeitschrift “Männer” “ist eine “Debatte” in der Mache, auf der FB-Seite der Gmünder-Zeitschrifft werden die Leser aufgefordert ihre “Meinung” zu den “Positionen” einer nicht namentlich genannten rechtspopulistischer Parteien zu äußern. Man reproduziert also auch dort ein rechtsradikales Vorurteil und nimmt das zur Grundlage einer verfälschenden “Debatte”. Auf seinem Facebook-Profil rechtfertigt Chefredakteur David Berger, womöglich auf Geheiß von Bruno Gmünder, das Vorgehen damit, dass Olaf Alp von Blu in genau dieselbe Kerbe geschlagen hätte. Dieses Vorgehen ist schlicht infam, es geht den Männer-Machern nur darum, die Ressentiments ihrer Leserschaft zu füttern. Gib dem Mob wonach er schreit, dann applaudiert es schon laut genug. Plumpe Rattenfänger-Methodik! Da man mit Homos, die in konservativen bis reaktionären Denkmustern gefangen sind, nicht ohne persönlich beleidigt zu werden, vorurteilsfrei über #Moslems und #Schwule debattieren kann, empfehle ich zur Lektüre ein Buch zum Thema, dass keine, wie die Redaktion der schwulen #Gmünder-Zeitschrift #Männer auf ihrer FB-Seite, faschistoiden Vorurteile reproduziert, sondern vielmehr tatsächlich um Aufklärung bemüht ist.

http://diefreiheitsliebe.de/buchrezension/karriere-eines-konstruierten-gegensatzes-zehn-jahre-muslime-versus-schwule

Rassisten sind auch schwul: Männer reproduziert fremdenfeindliche Vorurteile

Männer reproduziert fremdenfeindliche Vorurteile

Als Replik reagierte Ex-Verleger Bruno Gmünder auf der Männer-Facebook-Seite, der allem Anschein nach wie vor großen Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung der Männer ausübt: “Denkanstoss (auch für Robert Niedermeier: “Ich glaube, in der Türkei ist die Gesellschaft viel weiter. Dort hat es fundamentale Veränderungen gegeben, und die Gesellschaft dort ist längst nicht so homogen wie die der Migrantinnen und Migranten hier. Die kamen vor 40 Jahren aus ländlichen Gebieten hierher und haben ihre starren Vorstellungen konserviert.” “Dabei wäre es umso wichtiger zu erfassen, welche sozialen Rahmenbedingungen es für bestimmte Menschen (vor allem männliche Jugendliche) durchaus funktional machen, die eigene Identität auf der auch gewalttätigen Unterdrückung von vermeintlich ‹anderen› aufzubauen.” Beide Zitate sind von Koray Yılmaz-Günay” Link wurde von Gmünder im Männer-Post angefügt: http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2004/06/21/a0256

Auch das konnte ich so nicht stehen lassen: Bruno, der Text ist mittlerweile zehn Jahre alt und war damals bereits nicht mehr aktuell. Auch in Deutschland sind diese “Gruppen” sehr heterogen. Ich kenne und habe eine Menge türkischer Akademiker kennen gelernt, die noch in Deutschland leben, viele werden Deutschland aufgrund der massiven Fremdenfeindlichkeit wieder verlassen. Bereits ein türkischer oder arabisch klingelnder Name schreckt deutsche, oftmals schwule Personalentscheider nämlich ab. Aufgrund starrer und immer wieder neu reproduzierter Vorurteile. Das Problem sind also nicht die Menschen, deren Großeltern eingewandert sind, sondern rassistische Deutsche, die man in Akademiker und Arbeiterkreisen gleichermaßen findet. Hier ein Denkanstoß, lieber Bruno:http://www.taz.de/!64805/

Fremdenfeindliche Tendenzen: Facebook-Dialog mit deutschen Schwulen (Auszug)

  • Robert Niedermeier Jens, totaler Bullshit. Der Islam entstand im Aufbegehren gegen die christlichen Tyrannen aus Byzanz. Quasi eine sozial geprägte, freiheitlich ausgerichtete Bewegung mit für damalige Zeiten sehr modernen nationalen Tendenzen. Ähnlich dem freiheitlich verstandenem Begriff der Nation der französischen Revolution. Weg vom Feudalismus einer imperialen Großmacht, hin zum gerechten und unabhängigen Araber-Nationalität ohne Sklaverei. Die Ursprünge waren also mindestens genauso edel angelegt wie die der älteren Buchreligionen.
  • Robert Niedermeier Der “Islam” ist für Homos mitnichten gefährlicher als das Christen- oder Judentum. Das lässt sich aktuell an den Vorkommnissen im christlich geprägtem Russland ablesen. Zu Todesurteilen kommt es im Iran nicht wegen des Islams, sondern weil dort ein Terror-Regime seine Macht erhält. Selbst ein Salafist wie Pierre Vogel äußert sich liberaler als der katholische Papst und ruft im Gegensatz zu protestantischen Hardlinern nicht zur Hatz gegen Homos auf. Man sollte bitte sogenannten Islamkritikern misstrauen, die doch eher vom Hass gegen oder primitiver Angst vor dem Fremden motivier sind. Homophopie ist ein Bruder der Xenophobie – beides ist Mist und dümpelt im faschistoiden Sumpf.http://youtu.be/V5A_B6hhZto

    www.youtube.com

    Islamische Düfte & Öle, Miswaks und Gebetsmützen gibt es hier: http://www.muslim…Mehr anzeigen
  • Sergej de Mayence Lebenslängliche oder Todesstrafen für Homosexualität gibt es meist nur in islamischen Staaten. Einen radikalen Hassprediger wie Pierre Vogel anzuführen, der das Handabhacken für Diebstahl oder Fremdgehen für gerecht hält, ist wirklich lustig. Einem Islamkritiker zu unterstellen, es sei primitiv und einfach nur ein Faschist ist unfair, denn einem, der die christlichen Religionen kritisiert, wie zum Beispiel David Berger, unterstellt auch niemand, dass er ein Faschist ist und Christen hasst. Es gibt keine gute und schlechte Religionskritik. Nur wenn man die christlichen Religionen kritisiert riskiert man nichts ausser Beifall. Der Islam muss auch Kritik ertragen können. Im Übrigen: Es ist wirklich witzig, wenn Homosexuelle sich mit den Muslimen verbrüdern mit dem Argument man sei doch eine unterdrückte Minderheit. Die meisten Muslime hassen Schwule nicht weniger als Christen. Und im Iran kommt es zu Todesurteilen gegen Schwule mitnichten nur wegen dem Scheissregime sondern weil dort die Scharia die Gesetzesgrundlage bildet, die das Recht zum Töten von Schwulen aus dem Koran ableitet.
  • Robert Niedermeier Verfälschende und mit Lügen und Verunglimpfungen gespickte Christenkritik finde ich nicht weniger erbärmlich. Dass die meisten islamischen Länder unter diktatorischen Bedingungen leiden, liegt vornehmlich am Jahrhunderte andauernden brutalen Kolonialismus, der vom abendländischen Europa verbrochen worden ist. Selbst die heute noch existierenden Anti-Sodomie-Gesetze sind eine Erfindung von “christlichen Europäern”. Pierre Vogel kann man sehr wohl anführen, um einen Vergleich mit christlichen Funktionären anzuregen, denn das, was der Vogel im Video sagt, ist in Konsequenz der praktischen Anwendung weniger menschenverachtend als das, was Kirchen-Funktionäre oder Faschos im Namen der christlichen Religion so von sich geben. Wer den Orient ein bisschen kennt, weiß, das das Gerede der Pseudo-Islamkritiker von Verleumdungen, Unwahrheiten. Rassismus und infamer Fakten-Fälscherei geprägt ist.
  • Sergej de Mayence Pierre Vogel sagt doch im Video bei ca. 4.45, dass der Prophet selber Homosexualität eine Schändlichkeit nennt und es nicht erlaubt und das entsprechende Stellen auch in der Bibel zu finden sind. Der Unterscheid ist doch, dass nach der Scharia Schwule getötet werden sollen. Die Scharia enthält ja geltendes Recht. In den Staaten, in denen das Christenentum dominiert gibt es zum Glück weltliche Verfassungen. Dort ist das Töten von Schwulen nicht vorgesehen, egal was die verklemmten Priester in ihren bunten Kleidern reden. Pierre Vogel sollte man aber trotzdem nicht heran ziehen, weil er das Handabhacken fürs Fremdgehen und Diebstahl für gerecht hält und das ist menschenverachtend. Islamkritik ist genau so wichtig, wie die Kriktik am Chrsitentum. Warum sollte man den Islam mit Samthandschuhen anfassen (etwa weil man Angst hat, dass man mit nem Bömbchen zur Strecke gebracht wird, weil irgendein Muslim sich beleidigt fühlt?), während man die Kirchen zurecht kritisieren kann wie man will (man weiss, dass man ausser Beifall nichts zu befürchten hat und einem auch nicht vorgeworfen wird, man kenne nicht das Abendland und sei dumm, naiv und ein Fascho.)
  • Jens Jetzt @Robert Niedermeier: Lieber Robert, meine belegbare Meinung als Bullshit zu bezeichnen ist respektlos. Du willst doch bestimmt doch auch mit Respekt behandelt werden, oder? Herrn Vogel als “gutes” Beispiel anzuführen, halte ich aufgrund seiner fundamentalistischen Haltung auch für unangebracht. Ich selbst bin Deutsch-Türke und mit beiden Kulturen aufgewachsen. Daher kann ich die Situation sehr gut beurteilen. Außerdem gibt es zu diesem Thema gute Bücher, auf die ich mich ebenfalls stütze: Ursula Spuler-Stegermann: Islam. Die 101 wichtigsten Fragen. VerlagBeck Hamed Abdel Samad: Der Untergang der islamischen Welt. Droemer Verlag Seyran Ates: Der Multikulti-Irrtum. Ullstein-Verlag
  • Robert Niedermeier Sergei, durchs stete Wiederholen werden deine insgesamt falschen Unterstellungen nicht reeller. Schau doch einfach das Video, er spricht sich eindeutig gegen Gewalt aus und verurteilt sogar das Denunzieren von Homos. “Selbst, wenn man zwei Männer zusammen im Bett sieht, haben wir kein Recht, das anzuklagen.”
  • Sergej de Mayence Die Scharia ist die gesetzliche Grundlage, die für Homosexualität die Todesstrafe vorsieht. In christlich geprägten Gesellschaften, gilt das weltliche Gesetz. Die Männer, die am Baukran hängen, wurden auf Grundlage der Scharia verurteilt und der Westen…Mehr anzeigen
  • Robert Niedermeier Schon wieder alles falsch
  • Robert Niedermeier Vergleiche Pierre Vogel, kein Vorbild… Ich sage, der Islam ist nicht gefährlicher als das Christentum. Aber lesen kannst du doch selber.
Queer Future. Rosa Zukunft in Neukölln

Rosa Zukunft in Neukölln

Über Reiserobby

Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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2 Responses to Rosa Zukunft/ Queer Future: Schwuz, Cafe Ole, Silverfuture, Villa Neukölln und Freundinnen

  1. Tobias sagt:

    Interessante Diskussion hier, und ein Thema, das vielen unter den Nägeln brennt. Deshalb Danke für’s Diskutieren. Dennoch wirkt die Diskussion auf mich irgendwie steril. Es ist doch eigentlich völlig unerheblich, ob “das Christentum” oder “der Islam” homophober ist, denn es ist meiner Meinung nach offensichtlich, dass die beiden größten Weltreligionen in sich zahlreiche Strömungen vereinen, die unterschiedliche Ansichten vertreten, ja das letztlich die Lebenswelt von Christen und Muslimen noch nicht einmal diesen Strömungen zu 100 Prozent entspricht. Daher gibt es selbstverständlich tolerante, homophobe und sogar selbst schwule/lesbische Christen und tolerante, homophobe und sogar selbst schwule und lesbische Muslime.
    Die Frage wäre also eher (hier in Deutschland), wie man mit Menschen umgeht, die homophob eingestellt sind, und wie man die am besten erreicht. Ich bin extrem überzeugt, dass sich gute Argumente durchsetzen. Und die Argumente gegen Homophobie sind überzeugender als die Argumente für Homophobie.
    Vor diesem Hintergrund fände ich es viel spannender, Menschen zu Wort kommen zu lassen, die zum Beispiel Aufklärungsarbeit bei vorwiegend muslimischen Menschen leisten. Da gibt es ja einige Gruppen, Gladt fällt mir hier in Berlin als erstes ein. Hier würde mich interessieren, ob diese Aufklärer in den Schulen, in Initiativen oder auf der Straße Hilfe und Unterstützung brauchen.
    Ganz generell habe ich oft das Gefühl, dass viel zu viel über (in dem Fall) Muslime gesprochen wird, als mit ihnen. Das finde ich schade, weil die Rechnung doch weitgehend ohne den Wirt gemacht wird.
    Weltweit gesehen ist es in der Tat ein Fakt, dass die härteren Strafen für Homosexualität überwiegend in diktatorischen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens (muslimisch) sowie in Teilen Afrikas (christlich) drohen. Ob und wie man Menschen, die sich dort für Menschenrechte einsetzen, aus der Ferne unterstützen kann, finde ich immer schwierig zu sagen. Auch hier wären mehr Information aus erster Hand nötig.
    Was die Männer-Aktion angeht: Vorurteile und Ängste aufzugreifen finde ich prinzipiell erst einmal gut. Es hängt jetzt natürlich davon ab, wie das Thema umgesetzt wird. Im Zweifel für den Angeklagten, daher bin ich noch optimistisch.
    Tobias

    • Reiserobby sagt:

      David Berger schrieb gestern auch über “Ängste” (Phobien), die man aufgreifen müsse.
      Wolfgang Müller kommentierte dazu: “Mitte der 1970er war Homophobie bei der großen Mehrheit etwas völlig “normales”, (Homophobie) galt nicht als groteske Krankheit oder Wahnvorstellung. Dafür hatte ich allerdings damals so wenig Verständnis wie man heute für Rassisten bzw. rassistische Gedanken Verständnis aufbringen sollte.”
      Man sollte gerade als schwules Magazin, das Thema Minoritäten nicht dazu missbrauchen, Ängste zu schüren. Wer “Ängste” aufgreifen möchte, kann diese journalistisch sezieren. Doch diese Ängste im Vorfeld via Facebook zu schüren, indem man plakativ rechtsradikale Parolen unterm Deckmantel der “Enttabuisierung” wiederholt, ist schlicht plumpe Effekthascherei auf Kosten von “muslimischen Jugendlichen”. Das füttert die Falschen, und schreckt mich ab. Wer sind das überhaupt, die “muslimischen Jugendlichen”? Wie leben die ihr Schwulsein aus, gibt es lesbische Beziehungen…, wie läuft gemischt geschlechtliche Ehe ab, welchen Einfluss haben Bildung, Einkommen, haben sie die gleichen Chancen wie weiße schwule Jugendliche? Das sind Fragen, die mich interessierten. Auf eine zigfach wieder aufgewärmte “rassistische Kackscheiße* habe ich keinen Bock. Dem muss man auch widersprechen. (*Rassistische Kackscheiße schrieb gestern ein “Männer-Leser”)

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