Warum engagierte sich Metzelder für Kinder?

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Hochnotpeinliche Vorverurteilung

Ein alter Artikel wird vier Jahre später überschattet. Die Frage, warum sich Fußball-Star Christoph Metzelder für Kinder engagiert, steht nach Bekanntwerden der "Kindorporno"-Anglage gegen den Profi-Kicker im Zwielicht. Insbesondere auch, weil die katholische Kirche selbst von Kindesmissbrauch-Skandalen erschüttert wird und stets um Aufarbeitung bemüht ist. Text: Robert Niedermeier

Metzelder-Lobhudelei über Einsatz für Kinder

Twitter Nutzer m_gie ist empört über das, was er im Internet gefunden hat. Deshalb wendet er sich via Twitter quasi direkt an das Bistum Essen und schreibt: +++ Liebes Bistum Essen, den Artikel sollte man schleunigst entfernen. Unter Anbetracht der neuesten #metzelder-Erkenntnisse wird einem beim Lesen leider schlecht. Wie krank muss man sein, er hatte immer so einen aufgeräumten, auch cleveren Eindruck gemacht. +++

Kinderporno-Material im Besitz vom katholisch engagierten Metzelder

Was ist geschehen? Am Donnerstagabend vermeldet unter andern das Online-Portal des Wochenmagazins Focus, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen Verschaffen und Besitz von kinderpornografischem (Zurschaustellung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder)-Material Anklage gegen Christoph Metzelder erhoben habe. “Die Staatsanwaltschaft hat die Berichte auf WDR-Anfrage weder bestätigt noch dementiert”, schreibt der WDR auf Twitter am 03.09.2020. Focus berichtet, dass bereits vor einem Jahr bekannt geworden sei, dass Fotos mit angeklagten Material auf dem Smartphone des ehemaligen Fußballprofis gefunden wurden. Unter Anbetracht dieser schauerlichen Erkenntnisse, glauben nun viele zu ahnen, warum sich ein des Konsums von “Kinderporno”-Material beschuldigter Mann wohl für Kinder engagierte. Gemeinhin bekannt ist: Pädokriminelle suchen die Nähe zu Kindern; in Vereinen, der Kirche und Schulen.

„Warum engagieren Sie sich so für Kinder, Herr Metzelder?“

Nur scheinbar offensichtlich prangt im neuen Zwielicht nun fett die Frage nach dem Warum über den Mini-Artikel des Online-Magazins “Bene”. Ausgerechnet unter Aufsicht des katholischen Bistums Essen (Pressestelle). Was heute Abend pietätlos wirkt, begann im November 2016 als Bene-Auszüge aus einem Interview mit Christoph Metzelder online veröffentlicht werden. Anlässlich des damals zehnjährigen Jubiläums der vom Fußballer selbst gegründeten Christoph-Metzelder-Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder einsetzt. Auf die Frage, warum er sich für Kinder einsetzt, antwortet Metzelder im Magazin: „Das Thema Kinderarmut ist vielschichtig. In allen Industrienationen gibt es eine Spreizung zwischen Arm und Reich, das ist nicht nur ein deutsches Phänomen. Dazu kommen die vielen Flüchtlingskinder. Deshalb haben wir leider Gottes eine Großzahl junger Menschen, bei denen nicht klar ist, dass ihr Lebensweg nach der Schule in eine Ausbildung und in ein geregeltes Leben übergeht, und das ist auf einer menschlichen, christlichen Ebene eine große Ungerechtigkeit.” Außerdem erklärt der gebürtige Haltener gegenüber Bene inwiefern ihn seine katholische Erziehung geprägt habe. “Ich war in Haltern ja sogar bei dem damaligen Kaplan und heutigen Bischof Franz-Josef Overbeck Messdiener, habe die Kirchenzeitung ausgetragen.”

Unschuldsvermutung gilt nach wie vor! Intrige gegen Metzelder?

+++ Wegen dem «Besitz und der Weitergabe kinderpornografischer Dateien an Dritte» ist nun auch die Zeugin selbst ins Visier der Ermittler geraten. Dies, weil sie die Dateien an ihre Freundin und die Medien weiterleitete. Die Behördensprecherin wird von «focus.de» folgendermassen zitiert. «Sie hätte nach dem Erhalt der Dateien direkt zur Polizei gehen müssen.» Noch ist unklar, woher die Kinderporno-Dateien stammen. Metzelder selber zeigte sich bei der Durchsuchung äusserst kooperativ, gab freiwillig den Code seines Handys an. +++ (Nau.ch)

Nach Enthüllung: Artikel löschen oder neu kommentieren?

Sollte Bistum Essen den Text auslöschen? Weiß nicht. Sollte der Artikel, der heute wie eine Charakterstudie des Übeltäters im Mantel des Saubermanns wirkt, aufgrund der Anklage gegen Metzelder um eine Erläuterung und Stellungnahme seitens der Redaktion respektive Pressestelle des Bistums Essen ergänzt werden? Meine, ja, das zeugte von Verantwortungsbewusstsein. Dem Twitter-Nutzer m-gie, auf dem Metzelder stets “so einen cleveren und auch aufgeräumten Eindruck” machte, sei auf dem Weg gegeben: “Don’t judge a book by its cover…”

Christoph Metzelder-Video zum aufklärenden Post mit Clickbait-Charakter

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Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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