Multikulti-Gegner Brandon Keith Brown attackiert Grundgesetz

Multikulti

Volksverhetzung light

Rassismus zu leugnen, ist Rassismus, Multikulti die Schuld am Rasssismus zu geben, grenzt an Volksverhetzung. Fakt ist: Brandon Keith Brown schreibt gefährlichen Unfug und Tagesspiegel publiziert seine zornige Attacke gegen das bundesdeutsche Grundgesetz, in der der Dirigent behauptet, schwarze Menschen hätten bestimmte Eigenschaften, die sie von Weißen grundlegend unterscheide und deshalb anders behandelt werden müssten. Sorry, das ist Rassismus.Text: Robert Niedermeier

Rassismus lebt in den Köpfen vieler Menschen und reeller Alltagsrassismus existiert. Auch schwarze Menschen sind geprimt, sie sind die Opfer einer von Weißen im 19. Jahrhundert erdachten menschenverachtenden Ideologie, welche die Vorherschafft hellhäutiger Europäer über den Rest der Welt moralisch zu legitimieren versuchte. Rassistische Denkweisen und Muster aufzubrechen und politisch zu bekämpfen tut Not.
Besonders ärgerlich ist es jedoch, wenn Menschen, die sich gegen Rassismus engagieren, den Zielbahnhof verpassen. Critical Whiteness heißt das Problem, weil die theoretisch intelligente Strategie gegen strukturellen Rassismus in der Praxis zu einem dumpfen Instrument neurechter (neonazis) Ethnopluralisten (rassisten) verkommen ist, die rassistisch motiviert Multikulti als das Urübel der Menschheit denunzieren. Nicht das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen in einer sozialen und demokratischen Gesellschaft ist mehr das Ziel, sondern die identitäre Abgrenzung zu und Ausgrenzung von Menschen anderer Herkunft, Religion und Ethnie, zudem die Ablehnung von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Neonazis üben sich gerne in Volksverhetzung, indem sie komplette Bevölkerungsgruppen verächtlich machen. Brown indes verleumdet Multikulti via Tagesspiegel “als Kern von Rassismus”. Das ist infam und schlicht unwahr.

Integriert euch in ein multikulturelles Deutschland

“Schwarze Menschen sind nicht Weiße mit einer sexy Hautfarbe. Wir sprechen, handeln, bewegen und denken anders. Und das ist gut so. Tief im weiß-deutschen Habitus wird davon ausgegangen, dass sich alle Menschen unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund anpassen müssen.” (Tagesspiegel)

Integration ist böse? Nein. Denken Nichtweiße politisch anders, weil sie schwarz sind? Nein. Gibt es einen weiß-deutschen Habitus? Nein. Ist Multikulti der Kern von Rassismus? Nein. Sind Individuen unterschiedlich? Ja. Darf man sie deshalb benachteiligen oder bevorteilen? Nein, das widerspricht dem Grundgesetz.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Art 3

  • 1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
  • (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
  • (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Der Kern von Rassismus ist Rassismus

Weiße deutsche Rassisten verstehen den in großen Teilen durchaus treffenden Text von Brandon Keith Brown prompt als Legitimierung für ihren Rassismus, der sich darin äußert, dass sie das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft (Multikulti) ablehnen und bekämpfen. Schießlich kreischt  die TS-Headline lauthals dumpf: “Multikulti ist der Kern von Rassismus”. Rassisten lesen das gerne als berechtigte Erklärung für ihren Rassismus. Das ist schieres Victim Blaming. Denn im Denken von Rassisten ist Rassismus lediglich die legitime Reaktion auf Migration. Schuld am Rassismus sind die Zuwanderer, kreischen Rassisten.  Doch nein, Multikulti ist nicht der Kern von Rassismus. Das zu behaupten ist glatt gelogen, in Wahrheit bleibt Rassismus der Kern von Rassismus und Multikulti wird aus rassistischen Gründen von Rassisten und anderen Ethnopluralisten gehasst und abglehnt. Eine heterogene, multilulturelle, pluralistische Gesellschaft wird von Neonazis bekämpft, weiße Rechtsterroristen sehen sich weltweit als Krieger gegen nichtweiße Invasoren. Der norwegische Massenmörder Breivik ermordete Kinder, weil er als fanatischer Rassist selbst im Knast noch hassmotiviert gegen Multikulti wetterte. Die steile These, dass Multikulti Rassismus befördere, ist also schlicht rassistisch, sprich; Ethnopluralitischer brauner Dung.

Angebote schaffen, die deutsche Sprache zu erlernen, ist antirassistisch

Ebensowenig wie Multikulti rassistisch ist, ist es rassistisch, von Menschen in Deutschland zu verlangen, sich der deutschen Sprache zu bemächtigen, wenn sie hier arbeiten, wohnen und politisch mitgestalten wollen. Antirassistisch ist es vielmehr, Menschen Angebote zu machen, die deutsche Sprache zu lernen. Alles andere ist arrogante Kackscheiße eines überpriveligierten Ethnopluralisten. Frage, warum bestellt Brown seinen Kaffee auf englisch – um zu provozieren? Auf deutsch mit der Polizei telefonieren, um einen von ihm als “weißen Deutschen” denunzierten Kellner eher verleumderisch als faktenbasiert als Rassisten zu verunglimpfen, kann Brown schließlich im einwandfreien deutsch.

Ich rief die Polizei selbst an. Die Stimme in der Telefonzentrale sagte, Berlin sei multikulti, von Rassismus hätte sie noch nie gehört. Ich entgegnete, dass das höchstwahrscheinlich daran liegt, dass die Person keine Schwarzen kennt. Stille. Darauf blaffte die Stimme, dass ich warten solle, bis die Polizei eintrifft, und legte auf.

Werte verteidigen statt Multikulti zu attackieren, schafft Zusammenhalt

Und beim obigen Zitat erkennen wir das Grundproblem in Browss teils klugen, doch im Kern saudummen Traktakt. Brown zieht als Beleg seiner These, die Aussage eines mutmaßlichen Rassisten heran, der typisch Rassist, Rassismus in Berlin plump wegleugnet. Offenbar meint der von Brown beschriebene Polizist, Berliner könnten gar nicht rassistisch sein, weil sie anders als der Norweger Breivik Multikulturismus erduldeten… Doch es darf nicht darum gehen, Multikulti zu tolerieren, wir Deutschen (nichtweiße, weniger weiße und People of Colour) müssen zusammen daran arbeiten, Multikulti unter dem gemeinsamen Dach gemeinamer Werte solidarisch humanistisch zu gestalten. Das Individium zählt, denn die Würde jedes einzelnen Person ist unantasbar (GG). Auch wer sich in diesem Land bloß als Gastarbeiter sieht, hat sich dem Kern unserer Verfassung und den kulturellen Gepflogenheiten unserere mitteleuropäischen Zivilisation bedingungslos anzuspassen: Integration ist unabhängig der Herkunft die Pflicht eines jeden in Deutschland lebenden Bürgers. Heißt nicht, dass Muslime Schweinefleisch konsumieren müssten, aber schon, dass Islamisten es erdulden müssen, dass auch in von mehrheitlich von muslimsich bewohnten Kiezen, Schweinefleisch verkauft und konsumiert werden darf. Umgekehrt hat auch ein Rassist zu aktzeptieren, dass auch die ihm “kulturfremde” Religionen, in Deutschland geschützt werden und Moscheen gebaut werden dürfen. Multikulti ist nämlich die Kernmarke unseres deutschen Grundgesetztes. Multikulti ist Pluralismus ist demokratisch ist menschenfreundlich.

Niemand ist gezwungen in Deutschland zu leben, jeder darf freiwillig gehen

Verfassungspatriotismus statt indentitärer Bewegung stünde ganz Europa gut. Und wer Zustände wie in den USA möchte, wo ein Rassist wie Trump aufgrund seines widerlichen Rasssismus’ und Seximsmus’ zum Präsidenten gewählt worden ist, soll halt dort gegen Rassismus kämpfen. In Deutschland hat völkisches Denken seit 1945 keinen Platz mehr. Wir sind befreit worden vom völkisch-rassistisch-identitärem Denken. Keine Toleranz der Intoleranz. Ami go Home mit deiner identitären Bewegtheit oder pass dich als “Afroamerikaner” halt den bundesdeutschen Grundwerten in deinem Gastland an, denn Mulitikulti ist gescheiter als ethnisch pervertierter Nationalismus und weitaus antirassistischer als identitärer Ethnopluralismus. Und übrigens: „Wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er will.“ (Walter Lübcke)

Über Reiserobby

Robert Niedermeier, Journalist (Reise, Lebensart, Gesellschaft)
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